Flammkuchen, Denette, Dinnele, Blooz, Salzekuchen, Rahmfladen, Fladen, Währe, Plootz, Ploatz, Bloads, Fladenbrot
Hauptgerichte

Dinnete – Schwäbischer Rahmfladen aus Roggensauerteig

Flammkuchen, Dinnete, Dinnele, Hitzblootz, Salzekuchen – jede Region hat ihre eigene Bezeichnung für die leckeren belegten Teigfladen. Früher waren die Dinnete ein Armeleuteessen. Die Teigreste vom Brotbacken, die keinen ganzen Laib Brot mehr ergaben, wurden dünn ausgerollt und vor dem Brot in den heißen Ofen geschoben (das Brot musste nach dem Formen der Laibe ja noch gehen…). So konnte man testen ob der Ofen die richtige Temperatur hatte. Belegt wurde der Fladen mit allem, was Garten und Hof hergaben. So gab es am Backtag ein schnelles, einfaches Mittagessen für die Familie und die Bäuerin musste sich an dem stressigen Backtag nicht auch noch um ein Mittagessen kümmern.

Unser Leben heute sieht zwar ganz anders aus – wer backt heute noch Brot im Holzofen für die nächsten 14 Tage… Aber ein Hitzblootz oder eine Dinnete ist auch noch heute ein leckeres Essen. Ich sehne mich regelmäßig nach diesem salzigen Fingerfood. Deshalb möchte ich heute mein Rezept für eine klassische Dinnete mit Zwiebel und Speck vorstellen.

 

Mein Sauerteigexperiment

Zuerst möchte ich aber von meinem Sauerteigexperiment erzählen. Einen Sauerteig anzusetzen ist nicht schwierig und ein echtes Erlebnis. Im Prinzip werden nur zwei Zutaten benötigt: Mehl und Wasser.

Sauerteig, Roggensauerteig, Sauerteigbrot, Brot backen, clean baking

Ich habe am ersten Tag 50g Roggenvollkornmehl mit 50g Wasser angesetzt und als ich am Abend nach Hause kam, lief mir mein Sauerteigansatz schon aus dem leeren Marmeladenglas, das ich dafür verwendet habe, über die Arbeitsplatte entgegen. Ich habe den Sauerteig daher in ein wirklich großes Trinkglas umgebettet und mit weiteren 50g Mehl und 50g Wasser „gefüttert“. Nun wird der Sauerteigansatz außerdem mit einem luftdurchlässigen Stofftuch abgedeckt.

Auch am nächsten Tag erwartete mich mein Sauerteig übergelaufen auf der Arbeitsplatte… Damit mir das nicht nochmals passiert, durfte er anschließend in ein wirklich großes Einmachglas umziehen.  Außerdem wird er am dritten Tag nun mit 100g Mehl und 100g Wasser gefüttert und wieder abgedeckt. Am vierten Tag kann man den Sauerteig bereits verwenden. Einen Rest von etwa 100g solltest du jedoch immer übrig lassen. Dieser dient als Startkultur für das nächste Sauerteigbrot und kann bis zu 14 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Warum nun aber der ganze Aufwand mit dem Sauerteig? Ich liebe zum einen den Geschmack von Sauerteigbrot. Der Sauerteig macht das Brot aber auch feucht und haltbar. Und er ist ein tolles Superfood: Sauerteig erhöht die Bioverfügbarkeit der im (Vollkorn-)Brot enthaltenen Mineralien und verbessert so die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Zink. Dieser Effekt soll so stark sein, dass dadurch sogar das Osteoporose-Risiko gesenkt werden kann [1].

 

Brotteig für 4 Dinnete:

Die Basis bildet ein Brotteig. In meiner Heimat wird traditionell ein Roggenbrotteig verwendet. Ich liebe die Dinnete mit einem Vollkornsauerbrotteig:

  • 150g Roggenvollkornmehl
  • 150g Dinkelvollkornmehl
  • 50g Roggensauerteig
  • 150ml lauwarmes Wasser
  • 2 Teelöffel Salz
  • 1 Messerspitze gemahlener Kümmel
  • 1 Messerspitze gemahlener Koriander
  • 1 Messerspitze gemahlener Fenchelsamen
  • ggf. 1/4 Stein frische Hefe (bei einem älteren, gut gepflegten Sauerteig kann auf die Hefe verzichtet werden)

Wer keinen Sauerteig hat, kann auch auf Sauerteigextrakt aus dem Supermarkt zurückgreifen. In diesem Fall unbedingt zusätzlich Hefe verwenden.

  1. Das Mehl in eine Schüssel abwiegen und Salz und Gewürze zugeben.
  2. Nun in der Mitte eine Vertiefung bilden und den Sauerteig hineingeben. Das lauwarme Wasser hinzugeben und etwas verrühren. Das Wasser sollte auf keinen Fall zu heiß sein, sondern noch angenehm sein, wenn man mit dem Finger hineinfasst.
  3. Anschließend die Hefe am Rand verteilen.
    Brotteig, Roggenbrot, Sauerteig, Dinnete, Dinnele, Blooz, Flammkuchen
  4. Nun ausgehend von der Vertiefung nach und nach das Mehl vom Rand unter die Flüssigkeit rühren.
  5. Alles zu einem glatten und geschmeidigen Teig verkneten.
  6. Dann den Teig auf einem warmen Ort abgedeckt für circa 2-3 Stunden gehen lassen.

Für den Belag:

  • 1 Becher Schmand oder Saure Sahne
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 150g Rauchfleischwürfel
  • 100g geriebener Käse
  • Salz und Pfeffer
  1. Als erstes den Ofen auf 220 Grad vorheizen.
  2. Den Teig vierteln und jedes Viertel auf einer bemehlten Fläche zu einem länglichen Fladen ausrollen.
  3. Nun den Fladen dünn mit Schmand oder Saurer Sahne bestreichen. Salzen und pfeffern.
  4. Die Zwiebel halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
  5. Anschließend den Fladen mit Zwiebel und Rauchfleischwürfel belegen und mit Käse besteuen.
  6. Im Ofen bei 220 Grad für etwa 10 – 15 Minuten backen.

Guten Appetit!

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.